Fundort „Keller“

Rolf Hannet

Rolf Hannet

Wenn man die Webseite des Vereins „die Adern der Stadt“ besucht, erfährt man auf der Seite „Netzmuseum“ unter dem Punkt „Das Museum“ dass sich im Keller des Netzmuseums ein Archiv befindet, das zu einem späteren Zeitpunkt den Besuchern zugänglich gemacht werden soll, zur Zeit aber noch im Aufbau ist.

Auf einer Fläche von 220 m² lagern eine Vielzahl von Exponaten, die zum überwiegenden Teil noch nicht katalogisiert wurden, oder über die wenig bis gar nichts bekannt ist. Über sie soll hier im Blog von Zeit zu Zeit berichtet werden.

Eines dieser Exponate ist ein unterirdischer Gleichstrom-Verteiler, der in grauer Vorzeit im Bremer Gleichstromnetz eingesetzt wurde.Gleichstromverteiler Seitenansicht-600B

Bremens Versorgung mit elektrischer Energie begann im Oktober 1893, als in der ehemaligen Schlachthofstraße das erste Kraftwerk in Betrieb genommen wurde. Wie fast alle Kraftwerke in Deutschland zur damaligen Zeit, war es ein Gleichstromkraftwerk und wurde zunächst fast ausschließlich für den Betrieb von Glühlampen benutzt. Die erste Baustufe des Werkes war für die Versorgung von 8000 gleichzeitig brennender Glühlampen berechnet und eine zweite Baustufe sollte diese Kapazität auf 20.000 Lampen erhöhen. Das Gleichstromnetz wurde bis 1906 ständig erweitert und erlangte durch das Prinzip der sogenannten „Bremer Schaltung“ in Technikkreisen einige Berühmtheit.

Bei der „Bremer Schaltung“ konnte durch den Einsatz von Akkumulatoren in Unterstationen die Energie zwischengespeichert und das Netzgebiet erheblich größer gestaltet werden, als es ohne diese Speicherung möglich gewesen wäre.

Mit der Inbetriebnahme des ersten Drehstromkraftwerkes in Bremen Hastedt 1906, verlor der Gleichstrom an Bedeutung und das Gleichstromnetz wurde nicht mehr erweitert. Neue Stadtteile und Straßen wurden künftig nur noch an das Drehstromnetz angeschlossen. Der Betrieb des vorhandenen Gleichstromnetzes wurde aber weiter aufrecht erhalten und der Bedarf an Gleichstrom wurde mit dem Bau von Umformer-Stationen weiter gedeckt.

Das Gleichstrom-Kraftwerk in der Schlachthofstraße wurde zunehmend unwirtschaftlich und während des ersten Weltkrieges abgerissen, aber Teile des Gleichstromnetzes waren noch bis Anfang der fünfziger Jahre in Betrieb.

Gleichstromverteiler Abdeckplatte-600B

Zurück zu unserem Gleichstrom-Verteiler. Es ist leider nicht bekannt, wo und wann er in Bremen eingesetzt wurde. Ebenfalls unbekannt sind der Hersteller und das Herstellungsdatum.

 

Vier Kabel konnten im Verteiler  verbunden werden, wobei die Verbindung jeweils durch eine Art Sicherung erfolgte. Augenscheinlich war eine ständige Zugänglichkeit des Verteilers nicht geplant, denn alleine das Heben der zentnerschweren Abdeckplatte aus Granit, erforderte einigen Aufwand.

Gleichstromverteiler Draufsicht-600B

 

 

 

Vielleicht kann jemand helfen, Licht in das Dunkel zu bringen und wenigstens Fragen über den Hersteller und das Herstellungsdatum beantworten.

Über die Kommentarfunktion des Blogs können Sie uns Hinweise geben. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.

 

 

 

 

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